S. 111 · Leitfall
KINEA: ein Produkt von der Methode bis zum Markttest
Vorhaben stocken selten an der Idee. Sie stocken an der Reihenfolge, in der man mit den Beteiligten spricht. KINEA berechnet diese Reihenfolge, aus dem, was man über ein Projekt und seine Leute weiss.
- ROLLE
- Methode, Produkt, Entwicklung, Markttest
- TEAM
- allein, KI als Werkzeug
- STAND
- Produkt live, nächster Markttest
S. 111.1 · Methode
Wer muss wann überzeugt sein?
Die Methode beschreibt ein Vorhaben als Entscheidungsarchitektur: Welche Rollen haben die Beteiligten, wo stehen sie in ihrem Bewusstsein für das Problem, was ist ihnen wichtig, und in welcher Phase steckt das Vorhaben?
Daraus entsteht eine konkrete Reihenfolge von Gesprächen. Im Beispiel-Playbook werden aus 25 Personen sechs priorisierte Schritte, jeder mit Begründung.
Grundlage sind dreissig Jahre Projektpraxis und viele Vorhaben, die an genau dieser Stelle hängen blieben.
S. 111.2 · Produkt
Vom Excel zur Web-App
- 1Prototyp. Excel und VBA mit KI-Anbindung, erprobt in Pilotsitzungen mit Projektleuten.
- 2Web-App. Eingabe in rund zehn Minuten, ohne Registrierung, Ergebnis sofort.
- 3Playbook. Die ausführliche Fassung als PDF mit 26 Seiten, mit Bezahlung.
- 4Betrieb. Server, Backups, automatische Aufräum- und Prüfaufträge, Fehlerwarnungen per Mail.
S. 111.3 · KI und Verantwortung
KI, wo sie hilft. Und nur dort.
Das Modell rechnet deterministisch. Gleiche Eingabe, gleiche Reihenfolge. Die KI formuliert nur die Erklärtexte. So bleibt das Ergebnis nachvollziehbar und prüfbar.
Namen werden pseudonymisiert. Wer KINEA nutzt, gibt echte Personen aus einem heiklen Projekt ein. Die Architektur folgt dem Zero-Knowledge-Prinzip: Ich als Betreiber sehe diese Namen nicht.
Transparenz und Kontrolle. Die Pflichten nach Art. 50 der EU-KI-Verordnung sind umgesetzt. Ein Monitor prüft laufend, ob die eingesetzten KI-Modelle noch verfügbar sind. Die Messung der Besuche speichert keine IP-Adressen.
S. 111.4 · Entwicklung
Gebaut mit KI, geführt wie ein Produkt
Den Code hat zum grössten Teil eine KI geschrieben, nach meinen Vorgaben. Ich habe die Arbeit in einzelne Aufträge zerlegt, jede Änderung geprüft und getestet, bevor sie live ging. Über dreissig solche Änderungen stecken in der aktuellen Fassung.
Das ist die eigentliche Kompetenz: nicht das Programmieren, sondern zu wissen, was gebaut werden soll, und zu erkennen, ob es richtig gebaut ist.
S. 111.5 · Markttest
Ein Test, der abgebrochen wurde
Ich habe KINEA mit Google-Werbung in Deutschland und Österreich getestet. Vorher standen fest: die Messpunkte, die Schwellen und was bei welchem Ergebnis passiert. Jede Änderung während des Tests war genau eine, benannt und datiert.
Die Änderungen haben die Seite verbessert, aber nicht den Schritt zum Ausprobieren ausgelöst. Also habe ich den Test abgebrochen, nach dem Kriterium, das vorher festgelegt war.
Diagnose: Wer «Stakeholder-Analyse» sucht, sucht eine Vorlage, nicht eine Lösung für ein Projekt, das gerade stockt. Der Kanal passte nicht zum Produkt.
- V Besuch
- Landingpage aufgerufen
- A Wertbeweis
- Beispiel gesehen
- B Start
- eigene Analyse begonnen
- C Diagnose
- Ergebnis erreicht
- D Kauf
- Playbook gekauft
S. 111.6 · Nächster Schritt
Schweiz, mit Absender
Der nächste Test läuft in der Schweiz, mit mir als Absender. Denn wer heikle Projektdaten eingibt, will wissen, wer dahintersteht.
Was dieser Fall zeigt
- Ein Produkt allein durch alle Stufen führen: Methode, Prototyp, Produkt, Betrieb, Markt.
- KI gezielt einsetzen und bewusst dort weglassen, wo sie Ergebnisse unberechenbar macht.
- Datenschutz und KI-Regulierung in die Architektur einbauen, nicht nachträglich.
- Testen mit Kriterien, die vorher feststehen, und abbrechen, wenn sie es verlangen.